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Atlantikradweg
Sonne, Strand, Meer und Asphalt

Mit dem Longboard auf dem Atlantikradweg am Atlanitik unterwegs

15.10.2016 von Pici & Felix unter Reisen

Nachdem wir letztes Jahr schon eine kurze Longboardtour auf dem Nordseeradweg unternommen hatten, sollte dies nun unsere zweite lange Tour werden. Diesmal führte sie ca. 100km entlang der Atlantikküste, auf dem Atlantikradweg, La Vélodyssée, von Mimizan nach Biarritz. Die einzelnen Tagesetappen waren nicht übermäßig lang geplant, so dass auch noch Zeit für Strand und Erholung übrig war.

Tag 1: Anreise nach Mimizan Plage

Felix war gerade erst am Vortag von seiner Reise aus Amerika nach Hause gekommen und schon stand am nächsten Tag die Abreise für unseren gemeinsamen Longboardurlaub vor der Tür. Früh am Morgen standen wir auf, Die Rucksäcke waren schon am Vorabend gepackt worden und so begann die nicht enden wollende Autofahrt von München nach Mimizan, in einem nicht klimatisierten Kleinwagen. Auf der französischen Autobahn in der prallen Sonne kann das schon ziemlich anstrengend sein. So fuhren wir also über Straßburg vorbei an Paris, Tours und Bordeaux nach Mimizan. Völlig fertig kamen wir an der Atlantikküste an. Ganz knapp verpassten wir den letzten Bus vom Bahnhof in Labouheyre nach Mimizan, weshalb wir mit dem Auto nach Mimizan Plage zu einem Campingplatz fuhren. Dort gab es noch schnell Nudeln zum Essen und dann ging es auch schon ab ins Bett.

Tag 2: Von Mimizan Plage nach Contis les Bains

Zunächst musste wir unser Auto am Bahnhof in Labouheyre abstellen, da wir dort wieder mit der Bahn zurück kommen würden. Anschließend geht es mit dem Bus wieder zurück nach Mimizan Plage und von dort mit den Longbaords auf den Atlantikradweg. Die Weg führt immer in der Nähe der Atlantikküste durch Pinienwälder auf gut ausgebauten Teerwegen dahin. Einzig die Piniennadeln auf dem Weg stellten ein Problem da, da sie das Vorrankommen bremsten und unötig Energie brauchten. Sobald man in einen größeren Haufen fährt, kommt das Longbaords schlagartig zum Stillstand, während man sich selbst unter Umständen entsprechend der Trägheit weiter bewegt. Die ersten 17 Kilometer auf dem Atlantikradweg waren jedoch relativ schnell gefahren, so dass wir noch einen schönen halben Tag am Strand in der Sonne genießen konnten. Nachmittags begaben wir uns dann auf den Campingplatz, stellten unser Zelt auf und breiteten unsere Ikea Decke aus, die sich auf der Reise noch als ziemlich nützlich herausstellte. Wie jeden Abend kochten wir mit unserm Campingkocher (Campinggas) Nudeln und dazu gab's Soße aus dem Glas. Abends wurde noch eine Show auf der Bühne des Campingplatzes aufgeführt, die wir uns nicht entgehen ließen, da die Bühne direkt neben unserem Platz war und somit ohnehin nicht an schlafen zu denken war. Nachts wurde es dann ganz schön windig, so dass wir kurzerhand aufstehen und das Zelt doch mit Herringen sichern mussten, die wir abends aus Faulheit für unnötig befunden hatten.

Tag 2: Von Contis les Bains zum Étang de Léon

Am nächsten Morgen hatten wir gerade unsere Müsli fertig gegessen und waren dabei unsere Sachen zusammen zu packen, da überraschte uns ein Regenschauer. Da das Zelt, ein Vaude Hogan UL 2P, schon abgebaut war, stellten wir uns samt unserm Zeug unter einer kleinen Türüberdachung unter. Kurze Zeit später war der Regen dann auch wieder weggezogen und die Sonne strahlte wieder am Himmel. Am Anfang fuhren wir in die falsche Richtung, da wir dachten, dass der Atlantikradweg dort weitergeht, wo wir ihn am Tag zuvor verlassen hatte. Zurück auf dem Weg fuhren wir ein paar hundert Meter bis der geteerte Fahrradweg plötzlich endete und wir mit unseren Longboards im Sand standen. Also den ganzen Weg wieder zurück, am Campingplatz vorbei und bergauf. Dort fanden wir dann auch den nächsten Wegweiser, der uns weiter in Richtung Léon lotste. So ging es immer wieder auf und nieder weiter. Mal mit mehr oder weniger Piniennadeln auf dem Weg. Gott sei Dank spendten die Pinienbäume genug Schatten, so dass es von der Temperatur angenehm war. Nach ca. 26 Kilometern erreichten wir den Étang bei Léon und den dort liegenden Campingplatz. Dort machten wir es uns auf unseren Platz gemütlich und lagen einfach nur faul in der Gegend herum. Nach dem Abendessen entschlossen wir uns dann doch noch zum Strand am Ufer des See zu gehen und ließen dort den Abend ausklingen.

Tag 3: Vom Étang de Léon nach Messanges

Nachdem wir all unser Zeug in unseren Rucksäcken, einem Üla Ohm 2.0 und einen Deuter Futura 32 sl, gepackt hatten, ging es weiter auf unseren Longboards nach Messanges. Rund um Messanges wurde es zwar voller auf dem Atlantikradweg, doch sonst hatten wir ihn großteils für uns allein. Fast am Tagesziel angekommen (nach ca. 19 Kilometern) ging es noch zum SuperU, um Essen für die nächsten Tage zu kaufen. Als Belohnung gab es dann Kekse. Zudem leisteten wir uns einen billigen Sonnenschirm, um am Strand nicht dauernd der prallen Sonne ausgesetzt zu sein. Den Nachmittag verbrachten wir dann großteils am feinen Sandstrand und ließen es uns in der französischen Sonne gut gehen.



Tag 4: Von Messanges nach Capbreton

Immer weiter und weiter ging es mit unseren Longboards auf dem Atlantikradweg weiter in den Süden. Dabei ging es mal leicht bergauf, mal leicht bergab. Mittags erreichten wir dann nach 19 Kilometern Capbreton und den angestrebten Campingplatz. Dieser hatte nur leider über die Mittagszeit geschlossen und so machten wir es uns auf einer kleinen Wiese gemütlich und aßen unsere übliche Brotzeit. Nach einiger Zeit des Wartens bekamen wir dann endlich einen Stellplatz auf dem Campingplatz und stellten unser Zelt auf. Anschließend fuhren wir mit unseren Longboards wieder zurück in die Stadt hinein und dann zum Strand. Eigentlich wollte ich (Pici) eine Freundin, die auch gerade dort Urlaub machte, treffen, jedoch verfehlten wir uns und so suchten wir uns ein gemütliches Plätzchen und schauten den Surfern zu.

Tag 5: Von Capbreton nach Ondres

Am nächsten Tag versuchten wir es dann noch einmal uns am Strand von Capbreton zu treffen und fanden uns dann schließlich auch. Schnell in Badehose und Bikini geschlüpft und schon stürzten wir uns zu dritt in die Fluten und hatten mächtig Spaß. Mittag hieß es dann aber leider wieder Abschied nehmen, da wir noch eine kleine Tagesetappe nach Ondres mit 11 Kilometern vor uns hatten. Relativ schnell war dieser Teil der Strecke absolviert und so sprangen wir noch in dem am Campingplatz vorhandenen Swimmingpool (diesmal kein Strand).

Tag 6: Von Ondres nach Bidart

Der letzte Tag unsere Tour führte uns 22 Kilometer von Ondres über Bayonne und Biarritz nach Bidart. Nicht all zu lang nach dem Start folgt man dem Atlantikradweg entlang an einer etwas größeren Straße bis zum Kreisverkehr. Dort biegt der Radweg in den Wald ab und nun hieß es Longboard tragen, da das Fahren am dem Waldboden nicht wirklich funktionierte. Und so liefen und liefen wir immer weiter und stießen dann nach einer gefühlten Ewigkeit mitten in der Pampa wieder auf Teer, der erstaunlich gut war. Ab dort führte der Weg nahe des Strands auf und ab weiter in ein Industriegebiet. Weiter auf kaum befahrenen und schlechten Straßen ging es immer den Schildern folgend weiter bis zur einer großen Brücke in Bayonne. Diese überquerten wir und fuhren danach einige Zeit am Wasser entlang in Richtung Küste (hier verläuft auch der Atlantikradweg). Doch irgendwie zeigte Google eine andere Route und so drehten wir, aus uns nicht erklärbaren Gründen, um und fuhren ab dem großen Kreisel hinter der Brücke durch die Stadt in Richtung Flughafen und Bahnhof. Zufälliger Weise passierten wir ein Geant Casino, Pici's Paradies, in dem wir uns mit viel viel Essen eindeckten und auch gleich am Parkplatz mittag machten. Unser Weg führte weiter an der großen Straße entlang, was nicht sehr angenehm war und somit nicht zu empfehlen ist. Irgendwann endete auch der Bürgersteig und so wurde der Weg zur Tortur. Nach langem bergauf und bergab Teilen erreichten wir den Bahnhof Biarritz, von dem es am nächsten Tag wieder zurück nach Labouheyre gehen sollte. Von dort aus ging es auf einer schlechten Straße zu einem See in der Nähe. Am Ende der Straße stießen wir auf einen Waldweg, auf dem wir bis zur nächsten Straße gehen mussten. Völlig erschöpft vom Verkehr und den Hügeln erreichten wir dann den Campingplatz nahe dem Strand. Am Abend ließen wir uns den letzten Sonnenuntergang am Meer nicht entgehen bevor wir müde in unser Zelt fielen.



Tag 7: Rückreise nach München

Zum letzten Mal schulterten wir unsere Rucksäcke und fuhren auf dem Atlantikradweg/Vélodyssée in Richtung Zentrum vom Biarritz. Auf der langen Strandpromenade von Biarritz machten wir es uns auf unsere Decke gemütlich, erfrischten uns ein letztes mal im Meer und warteten die Zeit ab, da unserer Zug zurück nach Labouheyre erst am Nachmittag ging. Irgendwann war es dann so weit und wir machten uns auf den Weg zum Bahnhof von Biarritz. Unterwegs gönnten wir uns noch Eis aus einer Vierer-Packung (Zwei pro Person sind zu viel und erzeugt Übelkeit). Am Bahnhof besorgten wir dann noch die Tickets und nach etwas Warten kam dann auch der Zug. Als wir dann kurze Zeit später Labouheyre erreichten, wurde es draußen schon langsam dunkel. Unsere Auto fanden wir unversehrt dort wieder, wo wir es eine Woche zuvor abgestellt hatten. Schnell war alles verstaut und wir waren abfahrtbereit. Unser Ziel war es so lange wie es ging in Richtung Heimat zu fahren, bevor wir uns schlafen legten. Erstaunlicherweise schafften wir viel Strecke, da es nachts doch deutlich angenehmer zu fahren war als in der prallen Mittagssonne, und so machten wir die einzige Pause der Fahrt in der Morgendämmerung kurz vor der deutschen Grenze, in der der Fahrer mal vier Stunden schlief. Die Beifahrerin hatte ja unterwegs schon viel Weg verschlafen. Frisch gestärkt ging es dann die letzten gut 300km auf deutschen Autobahnen weiter und so erreichten wir mittags das getraute Heim.

Ausrüstung / Longboards für den Atlantikradweg

Unsere Ausrüstung bestand aus zwei doppelt gedroppten Brettern, einmal ein Landyachtz Switchblade auf Bear-Achsen mit Seismic Speedvents und einmal ein Eigenbaulongboard auf Paris V2 und Cult Cerebrum. Einziges Problem war der extreme Drop des Eigenbaulongboards, was leider zum einen oder anderen Aufsetzer mit entsprechenden Kratzern geführt hat. Ansonsten waren die Bretter sehr gut zum Long Distance Pushing geeignet.

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