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Die ideale Reisekamera
Klein, leicht und handlich

Welche Reisekamera nutzen wir während unserer Urlaube?

14.11.2016 von Felix unter Ausrüstung
Zuletzt geändert am 27.02.2019

Der Anfang allen Übels

Ich hatte schon immer großes Interesse an der Fotografie, aber als Schüler natürlich nicht die Möglichkeit eine richtige Kamera zu kaufen. Als richtige Kamera galt damals natürlich nur eine Spiegelreflex, alles andere war vollkommen unbrauchbar - gar keine Frage. Und trotz aller Beteuerungen war natürlich nur die Kamera an den komischen Bildern schuld. Mit einer Spiegelreflex aber, da war ich mir sicher, würde alles besser sein. Die gradiose Bildqualität!
So stand ich dann 2009, kurz vor meiner Reise nach Russland, vor dem Problem einen geeigneten Fotoapparat tatsächlich auch zu kaufen und die Reise bot einen guten Grund dazu. Was also war/ist die ideale/perfekte Reisekamera?

Also begann ich zu recherchieren und legte mich aufgrund der Objektivauswahl und des besser zu durchschauenden Systems letztlich auf Canon fest. Die damals aktuelle Canon 450D gab es auch noch im Doppelzoomkit, also auf den ersten Blick perfekt. 749€ ärmer hielt ich kurze Zeit später meine erste ordentliche Kamera nebst Canon 18-55mm f/3.5-5.6 IS (200g) und Canon 55-250mm f/4.0-5.6 IS (390g) in den Händen. Schon bald danach ging es dann nach Russland und die ersten 10000 Bilder wurden auf die diversen Speicherkarte gebannt. Die Canon 450D (475g) in Kombination mit den beiden Objektiven waren noch vergleichsweise kompakt und leicht (1065g), so dass ich sie bei jeder Gelegenheit auch wirklich dabei hatte. Immerhin stellte ich außerdem fest, dass mein Brennweitenbereich etwa zwischen 24mm und 200mm ist.

Ich war mir sicher ziemlich gute Bilder gemacht zu haben, wenn auch nicht direkt die besten Bilder der Welt. Bekanntlich sind die ersten 10000 Bilder leider auch die Schlechtesten und so musste ich dann zu Hause feststellen, dass auf der technischen Seite viele der Bilder doch nicht wirklich 100%ig scharf beziehungsweise etwas matschig waren, dass ab ISO400 Rauschen einsetzte und dass zig weitere optische Fehler vorhanden waren.

Im Ausrüstungswahn

Ich begann also zu recherchieren, was ich falsch gemacht hatte und stellte recht schnell fest, dass ausrüstungsseitig die beiden Kitobjektive schuld waren. Es gibt eben doch einen Unterschied zwischen einem 100€-Objektiv und einem für 1000€. Also sprang ich ins kalte Wasser und investierte weitere 800€ in das Canon 24-105mm f/4.0L (670g). Wie erwartet stieg die Bildqualität durch diesen Schritt sprunghaft an, ebenso wie das Gewicht, das aber noch akzeptabel (1535g) erschien. Abermals kurze Zeit später musste ich dann feststellen, dass eine vierer Blende nicht der Weisheit letzter Schluss ist und kaufte mir daher ein Canon 85mm f/1.8 (425g). Damit war es dann auch möglich in vergleichsweise dunklen Hallen Sportaufnahmen zu machen, solange die Motive nahe waren. Für weiter entfernte Objekte musste dann natürlich das 55-250 ersetzt werden und weil Hallen nach wie vor dunkel waren, auch noch eines mit großer Blende. Letztlich wurde es das Canon 70-200mm f/2.8L (1310g). Damit war die Standartausrüstung (Body, 24-105, 70-200) bereits bei knappen 2,5kg. Um meine arg geschundene 450D zu ersetzten und das Gefrickel in vielen Menüs zu beenden, habe ich dann zum Schluss noch auf eine Canon 7D (860g) aufgerüstet und damit dann (inklusive Tragegurt etc.) die 3kg-Marke geknackt. Dazu kamen dann noch ein paar Spezialobjektive.

Canon 85mm f/1.8
Canon 70-200 f/2.8
Sigma 100-300 f/4.0

Die Erleuchtung

Die Ausrüstung für eine normale Tour war damit viel zu schwer und wurde daher normalerweise nicht mehr mitgenommen. Selbst Body und 24-105 waren mit 1,5kg und den großen Abmessungen viel zu selten im Einsatz. Die Bildqualität war zwar top, wenn auch viel Arbeit in die Autofokusfeinjustierung geflossen war, aber Größe und Gewicht waren schlichtweg zu viel. Daher habe ich dann nach einigen Jahren intensiver Überlegung eine spiegellose Kamera gekauft, nämlich eine Olympus E-PL5 (290g). Ursprünglich war diese nur als Zusatzkamera und zum Spielen gedacht, allerdings war ich ab dem ersten Einsatz hin und weg, so dass die DSLR zunehmend in der Schublade blieb. Anstatt 3kg wog die neue Ausrüstung weniger als 500g, war viel kleiner und handlicher und erzeugte zudem viel schärfere Bilder als jede DSLR . Folglich machte ich dann auch wieder viel mehr Fotos außerhalb geschlossener Gebäude. Inzwischen sind wieder neue Objektive dazu gekommen, so dass das Gewicht bei etwa 700g liegt, aber immer noch kein Vergleich zur DSLR. Die Kamera trage ich bis heute den ganzen Tag einfach so in der Hand und wenn das aufgrund des Geländes nicht mehr geht, kann ich sie einfach mit einem kleinen Karabiner am Rucksackträger befestigen, ohne dass sie dort stören würde.

Für die Sportfotografie hat eine DSLR sicherlich bis heute ihre Daseinsberechtigung und auch für diejenigen, die auf verdammt geringe Schärfentiefe aus sind. Für letztere Spezialanwendung habe ich aber noch meine analoge SLR. Als Anschauungsobjekt habe ich außerdem noch meine gute alte Canon 450D mit original Kitscherbe (18-55mm) im Regal stehen.

Update zur Reisekamera (02.08.2017)

Inzwischen wurde die Olympus E-PL5 durch eine Olympus O-MD E-M10 Mark II ersetzt und auch ein Olympus 12-40 f/2.8 befindet sich in meinem Besitz. Insgesamt ist also wieder etwas Gewicht dazugekommen, dafür muss ich mich nicht mehr mit annähernd defekten Bauteilen der Kamera beziehungsweise schlechter Bildqualität des Objektivs herumärgern. Außerdem habe ich jetzt (wieder) einen Sucher, der das Fotografieren bei starker Sonneneinstrahlung deutlich erleichtert. Aktuell glaube ich so tatsächlich die ideale/perfekte Reisekamera gefunden zu haben.

Update zur Reisekamera (27.02.2019)

Ich kann jedem Besitzer einer Fotoausrüstung dringend empfehlen alle Objektive auf Dezentrierung zu testen und gegebenenfalls vom Hersteller korrigieren zu lassen. Mein Olympus 12-40 f/2.8 war rechts deutlich schärfer als links. Eine Reparatur(?) bei Olympus hat neben diesem Fehler auch die Gesamtschärfe wesentlich erhöht. Trotzdem bleibt das Micro-Four-Thirds-System für mich ideal als Reisekamera.

Kommentare

am 15.11.2016 um 07:29

Strg+F "agr" und "Tage" ;)

Man kann auch beides haben (FF DSRL + kleine Micro Four Thirds), aber dadurch wird die Qual der Wahl (was man mitnimmt und was man als nächstes kauft) nur noch größer. Ich habe im letzten Urlaub meine Probleme gehabt mein Handgepäck unter 7kg zu halten (nur Rucksack, Objektive und Kameras). Aber man kann wirklich sagen, dass die Bildqualität der "Kleinen" (Micro Four Thirds) inzwischen echt top und nur in extremen Lichtsituationen ein merklicher Unterschied zu sehen ist. Inzwischen würde ich sogar sagen, dass die Qualität einiger weniger Kompaktkameras schon nahe rankommt falls man noch leichter Reisen will, allerdings lassen die sich das auch bezahlen.

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