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Russland: Leben & Leute
Neue Sichtweisen

Russland: Leben & Leute - Neue Sichtweisen

02.04.2017 von Felix unter Reisen

In diese zweiten Teil über meine sechsmonatige Russlandreise geht es um das alltägliche Leben und die Leute. Der erste Teil ist hier zu finden.

Die Bleibe

Im Studentenwohnheim gab es eine separate Ausländeretage, die sich durch folgenden Luxus auszeichnete: Kloschüsseln, nur eine Person pro 12m²-Zimmer, Warmwasser bis Mitternacht und zehnmal teurere Miete als ein vergleichbares Zimmer auf einem anderen Stockwerk. Immer zwei Zimmer waren zu einem Apartment zusammengefasst, so dass wir zu viert logischerweise zwei Apartments belegten, die etwa 100m voneinander entfernt lagen. Jede Etage eines Wohnheims hatte mehrere Etagendamen (inoffiziell Wachter - vom deutschen Wächter), die im Schichtdienst Tag und Nacht für Ordnung sorgten. Morgens um sechs Uhr wurde das Wohnheim aufgeschlossen und Abends um elf zu. Wer zwischen elf und sechs ins Innere wollte, musste die Etagendame bestechen. Geläufig war eine Tafel Schokolade, die etwa 1/10 des Monatsverdienstes einer Etagendame ausmachte.


Mein Zimmer im ersten Stock hatte als kleines Schmankerl einen Sichtschlitz auf die Installation im Bad und als Highlight für langweilige Tage perfekten Ausblick auf einen der Müllsammelplätze. Theoretisch waren dort Müllbehälter aufgestellt, die allerdings binnen kürzester Zeit unter einem Müllberg begraben und lediglich unregelmäßig durch die Müllabfuhr ausgegraben wurden. Solange sich Müll in, auf oder neben den Behältern befand, gab es einen unablässigen Pilgerstrom von Menschen, Hunden und Katzen, die dort wühlten. Hin und wieder brannte so ein Berg auch einfach ab. Derartige Müllsammelplätze gab es etliche in der Stadt.


Ein Stockwerk über meinem Zimmer befand sich die "Küche", welche gleichzeitig als Raucherraum diente und daher nicht der ideale Aufenthaltsort war. Zum Kochen hatten uns die verschiedenen deutschen Vorgänger etliches an Geschirr und weiteren nützlichen Gegenständen hinterlassen, die von einem der kurdischen Studenten (der sogar Englisch sprach) sicher bis zu unserem Eintreffen verwahrt wurden. Neben dem kurdischen Studenten gab es noch eine Ansprechpartnerin seitens des Ausländeramtes der dortigen Universität, die zwar theoretisch Deutsch sprach, dies aber niemals tat. Wie gefühlte 90% aller Russen wurde sie Sascha genannt.


Da einer meiner Mitreisenden einen polnischen Nachnamen hatte, wurde dessen Visum nach drei Monaten nicht verlängert, so dass ich danach alleine ein ganzes Apartment bewohnte. Eine Waschmaschine gab es nicht. Auch keinen Waschsalon. Einzige verbleibende Möglichkeit war folglich die gute alte Handwäsche, zu deren Durchführung uns eine fast nicht kaputte Plastikwanne hinterlassen wurde. Letztes verbleibendes Problem: Zu Beginn unseres Aufenthalts hatte es nur wenige Grad über Null, entsprechend gab es warmes Wasser. Anfang Mai stiegen die Temperaturen dann aber schlagartig auf +35°C und dabei blieb es dann auch Tag und Nacht. Aufgrund dieser Temperaturen wurde dann auch Mitte Mai das warme Wasser vollständig abgestellt. Zum Duschen noch akzeptabel, zum Waschen eher ungünstig.

Vor dem Studentenwohnheim befand sich ein kleiner Platz mit Kiosk, auf dem sich die Studenten allabendlich versammelten, um den Tag ausklingen zu lassen. Die Versammlungen waren logischerweise immer um kurz vor elf vorbei, da man bekanntlich sonst nicht mehr in das Wohnheim gekommen wäre. Die Versammlungen war außerdem immer dann vorbei, wenn die Polizei mal wieder eine kleine Razzia durchführte und Chinesen festsetzte um deren Papiere zu prüfen oder aufgrund des Genusses von Alkohol in der Öffentlichkeit zu bestrafen. Aus diesem Grund haben sich Chinesen normalerweise prinzipiell nicht vor die Tür getraut.

In der Umgebung des Wohnheims gab es noch über zehn weitere Wohnheime, die durch einen zentral gelegenen Supermarkt mit dem Nötigsten versorgt wurden. Es gab dort eine essbare Sorte Käse, mit Papier gestreckte Wurst, eine Sorte Brot, viele deutsche Produkte wie Oliven und Müsli, Milch und etwas Gemüse und Obst. Die Versorgung mit Obst und Gemüse wurde mit der Zeit immer besser, da mit steigenden Temperaturen auch mehr und mehr Erzeugnisse aus der Umgebung zur Verfügung standen. Das beste Obst und Gemüse hat man aber immer bei kleinen Straßenständen und alten Omas eingekauft.

Die Leute

Generell waren alle Leute, die kein geschäftliches Interesse bei einer Begegnung hatten, sehr nett, aufgeschlossen und hilfsbereit. Überhaupt haben wir sehr viele Studenten dadurch kennengelernt, dass sie zu uns gekommen sind, um ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Deutsch ist auch die Fremdsprache die man am meisten antrifft, sei es weil die Leute Deutsch lernen, um später in Deutschland zu arbeiten, sei es weil sie früher irgendwann in der DDR studiert haben. Jede neue Bekanntschaft hat uns eine ausgiebige Stadtführung geboten, diverse Kurzreisen am Wochenende und viele weitere interessante Details und Hilfen. Ohne Einheimische wären wir nie an eine SIM-Karte gekommen, hätten nie Zugtickets, essbares Fleisch oder Schwimmbadkarten bekommen, wären nie in Wochenendhäuser oder in den Kaukasus gefahren und hätten bei vielen Dingen sehr viel mehr Probleme gehabt. Bei den meisten Russen waren Deutsche außerdem sehr beliebt, zum einen weil wir den Krieg verloren haben, zum anderen weil wir tolle Autos bauen. Wird man nicht in eine Disko gelassen, konnten ein paar deutsche Worte zu den Mitstreitern Wunder wirken. Ein paar nett gemeinte "Hände hoch" kann es zusätzlich geben.

Frauen waren grundsätzlich geschminkt und rausgeputzt, auch wenn sie nur den Müll rausbringen wollten. Junge Mädchen erhalten mit acht Jahren ihre ersten hohen Schuhe, die von da an jedes Jahr einen Zentimeter höher werden. Das andauernde Tragen dieser Schuhe führt zu einem sicheren Gang auch im Rennen auf Kopfsteinpflaster.

Will man sich jedoch geschäftlich betätigen und sei es nur der Einkauf hochwertiger Lebensmittel, wird es kompliziert. Offiziell wird die Korruption zwar bekämpft, trotzdem lebt praktisch jeder von deutlich mehr Geld als der entsprechende Gehaltszettel ausweist.

Russische Arbeit

Zum Glück mussten wir in Russland nie wirklich arbeiten. In Nowotscherkassk haben wir zwei deutsche Arbeiter getroffen, die Solarpanele montieren sollten und auf diese warteten, da der Zoll noch prüfen würde. Wir haben ihnen dann zu verstehen gegeben, dass ohne pekonäre Zuwendung da gar nichts passieren würde, was uns aber nicht geglaubt wurde. So sind sie dann auch nach zwei Wochen unverrichteter Dinge wieder nach Hause gefahren.

Einen Tag waren wir selbst in Rostov zum Arbeiten. Unsere Arbeit bestand darin, deutsche Dialoge aus einem Lehrbuch vorzulesen, weil nur Muttersprachler in Russland Lehrdialoge lesen durften. Wir sind morgens in das dortige Fernsehstudio gefahren und haben dann nach einer kurzen Führung fast fünf Stunden Dialoge gelesen. Angeblich haben wir alle ganz bezaubernde Stimmen und das Ergebnis klang tatsächlich ganz akzeptabel, auch wenn mindestens einer von uns vier bei den Dialogen den Frauenpart spielen musste.

Russische Papiere

Direkt bei der Einreise nach Russland hat man einen kleinen unscheinbaren Zettel erhalten, der neben dem Visum aber unglaublich wichtig war: die Migrationskarte. Hier wurde unter anderem eingetragen, wann man russischen Boden betreten hat und plant diesen wieder zu verlassen. Ohne diesen auf unglaublich dünnem Papier gedruckten Zettel wurde es teuer. Grundsätzlich war es eine gute Idee den Pass immer dabei zu haben. Zufällige Kontrollen konnten jederzeit passieren und Kleinigkeiten führten sofort zu Geldstrafen, deren Höhe individuell mit dem Polizisten ausgehandelt wurde. Das galt auch für die Registrierung. Es war verpflichtend eine Lückenlose Nachweiskette über die letzten 72 Stunden führen zu können, wann man wo übernachtet hat. Das war mit Zugtickets möglich, oder durch einen Registrierungszettel, den man bei offiziellen Stellen, wie Post oder Polizei, erhalten konnte. Da die Registirierung natürlich nicht kostenlos ist, ist man gerne versucht hier zu sparen - habe ich nicht gemacht und folglich auch nie Strafe gezahlt. Einer meiner deutschen Mitstreiter war da anderer Überzeugung und wurde prompt erwischt. Hauptproblem bei der Verhandlung mit dem Polizisten war dann die Tatsache, dass man die üblichen Tarife nicht kennt und daher gerne zu viel zahlt. In diesem Fall statt 100 Rubel 1000 Rubel.

Sehr interessant war auch das verschicken von Paketen. Um innerhalb Russlands ein Paket verschicken zu können, das ein gewissen Maß überschritt, oder in dem auch nur eine einzige Drucksache war (ein Blatt Papier reichte), musste das gesamte Paket in einen großen Sack. Diesen Sack konnte man aber nicht kaufen, sondern musste sich diesen, laut Aussage der hiesigen Post, selbst nähen. Auf der Post in Rostov wurde aber immerhin der Service angeboten, dass die dortigen Angestellten vor Ort den Sack nähten.

Russische Feiern

Während unserem Aufenthalt wurden wir immer wieder zu diversen Feiern eingeladen. Der Standardpreis für eine solche Tour war 500 Rubel. Dabei hatten wir mal mehr und mal weniger Glück. Meistens wurden wir von einem Goa- und Psytrancefanatiker auf solche Events aufmerksam gemacht.

An einem Wochenende mitten im Sommer war in der Nähe von Rostov die Eröffnung des Eldorado, mit deutschen DJs. Das Eldorado war ein OpenAir-Club, mit Schwimmbecken und weiteren interessanten Attraktionen. Dafür wurde extra ein Bus organisiert, der die Leute in Nowotscherkassk abholen und zum Club fahren sollte. Im Bus haben wir dann die üblichen 500 Rubel für Busfahrt und Eintritt gezahlt. Nachdem sich der Bus noch ein paar Mal verfahren hatte, sind wir tatsächlich wohlbehalten angekommen und haben vor dem Eingang sogar noch eine weitere Bekannte getroffen. Nach einer knappen Stunde Wartezeit vor dem Club war dann der Organisator zusammen mit dem Bus weg. Da der Eintritt in den Club 800 Rubel gekostet hätte und wir darauf jetzt auch keine Lust mehr hatten, wollten wir zurück. Das war aber nicht so einfach, da das Eldorado am Arsch der Welt liegt. Auch hier haben uns wieder einmal unsere russischen Bekannten geholfen, die uns mitten in der Nacht aus der Pampa abgeholt haben. Wobei das Platzangebot zu siebt in einem Lada eher übersichtlich war. Unterwegs mussten mal noch zwei aussteigen, um an einem Posten der DPS (Straßenpolizei) keine Probleme zu bekommen, die aber nach der Kontrolle wieder zusteigen konnten. Letztlich waren wir dann um halb sechs wieder am Wohnheim, haben da noch eine halbe Stunde gesessen und dann war die Sache auch vorbei.

Deutlich besser lief da eine Hochzeit der etwas anderen Art. Wieder wurden wir gefragt, ob wir Lust auf ein tolles Event hätten. Die Musik sollte gut sein, schließlich hätten die eine 6kW Anlage. Wir haben also wieder einmal 500 Rubel an einen Mittelsmann bezahlt, der damit zunächst verschwunden ist und dann wieder einmal recht lange nichts gehört. Am Tag des Open-Airs hatten wir eigentlich schon nicht mehr damit gerechnet dass irgendetwas passiert, aber wir haben tatsächlich eine Mail bekommen, in der der Weg und weitere Einzelheiten beschrieben wurden. Sehr freie Übersetzung:

Willkommen auf meiner Hochzeit / meinem privaten Open-Air.

Anbei die Wegbeschreibung und weitere Einzelheiten.

Wenn ihr in Rostov seid, nehmt ihr die Marschrutka (Kleinbuslinie) 63 bis zur Endstation in einer Vorstadtsiedlung (etwa 20km vom Zentrum entfernt). Von der Endstation geht ihr dann immer der Straße nach, bis zu einem in Bau befindlichen roten Haus (etwa 3km). Von dort geht ihr den Weg durch den Wald. Der Weg ist mit farbigen Bändern gekennzeichnet. Irgendwann erreicht ihr dann das Gelände. Versucht vor Einbruch der Dunkelheit zu kommen, danach wird es sehr schwer. Auf dem Gelände gibt es eine kostenlose Bar, unter Anderem mit gutem Tee für wenig Geld.

Wenn ihr auf dem Weg den Förster trefft, sagt, ihr geht auf eine Hochzeit und nicht in die Disko!

Aus der Mail wurde schon recht schnell klar, das die ganze Sache nicht so richtig legal war, daher am Ende der Welt statt fand und die Erwähnung des "guten Tees" war auch seltsam. Trotzdem sind wir dann aber gut ausgerüstet losgezogen. Wie üblich zuerst mit der Paputka (per Anhalter) nach Rostov. Unterwegs hat der Fahrer dann angeboten, uns gleich direkt zur Endstation der Marschrutka zu fahren, somit war das schonmal recht angenehm. An der Endstation haben wir dann eine weitere Gruppe interessant gekleideter Menschen getroffen, die inklusive Kinder auf das Festival wollte. Nach einem unfreiwilligen kurzen Abstecher in die Pampa, verursacht durch den Anführer der anderen Gruppe und schier endlosem Marsch auf einem kleinen Feldweg, sind wir dann am roten Haus und damit am Wald angekommen. Schon auf dem Weg hat man die ganze Zeit irgendwo in der Ferne Musik hören können, so richtig geheim war es also auch schon zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. Wie weit es aber tatsächlich noch war, war uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst. Der Weg durch den Wald und über die Wiesen war tatsächlich mit farbigen Bändern (genauer Knicklichtern) gekennzeichnet. Faszinierender als diese Art der Markierung waren die unterwegs direkt auf dem Weg ausgehobenen Gruben und Gräben, die mit Ästen getarnt waren. Die Frage nach deren Sinn wurde promt beantwortet. Die Löcher dienten dem Fernhalten der Polizei, da deren Fahrzeuge in die nachts nicht sichtbaren Gruben fallen und so außer Gefecht gesetzt würden. Wir hatten extra unsere Bergschuhe angezogen, um das Festival verlassen zu können, wann wir wollten. Jetzt wurde uns klar, dass dieses unterfangen nachts vollkommen sinnlos war. Nicht nur hin, sondern auch weg war nur am Tag möglich. Wir sind dann also weitergegangen. Der Weg wurde zum Pfad, der malerisch durch den Wald und über Lichtungen führte. Kurz nach Sonnenuntergang konnten wir dann endlich durch die Bäume das Gelände ausmachen. Auf einer Lichtung an einem rot beleuchteten Moorsee waren vorne die Bühne mit Boxen und Licht, ganz hinten ein Tisch mit den Getränken (Cognac in 5L-Kanistern) und an einer Seite zwischen den Bäumen gespannte Tücher und ein Zelt für die Kinder aufgebaut. Alle Tücher und Zelte im typischen Goastil - bunt und wild gemustert. Die Veranstalter hatten sich wirklich Mühe gegeben einen stimmigen Aufbau zu machen. Der Strom kam von etlichen Stromaggregaten, die hinter der Bühne im Wald standen. Insgesamt waren etwa 30 Leute da, auf einer Fläche von 200m². Von dem guten Tee ließen wir besser die Finger, aber einen Schluck fürchterlichen Cognac genehmigten wir uns. Als Hochzeitsmusik wurde tatsächlich Psy-Trance und Goa von richtigen Djs, unter anderem aus Moskau, aufgelegt – und sie hatten es drauf. Illegal, aber richtig gut. Die Musik in Kombination mit der Location rissen mich mit in eine Art Trance und so vergingen von einem auf den anderen Moment acht Stunden. Erst als die Sonne aufging, wurde ich wieder wach. Da waren wir nur noch drei/vier Leute auf der Tanzfläche, über dem See hing der Morgennebel und in den Zelten schliefen die anderen. Inzwischen war es richtig kalt geworden – man konnte den eigenen Atem sehr gut sehen. So haben wir dann beschlossen wieder nach Hause zu fahren, auch wenn die Hochzeit noch weitere 24 Stunden gehen sollte und das obwohl es nichts mehr zu trinken und erst recht nichts mehr zu essen gab. Gott sei Dank mussten wir nach dem Fußmarsch gar nicht so lange auf die Marschrutka warten und auch eine Paputka stand schon in Rostov bereit. Um kurz vor acht war dann der "Tag" zu Ende.

Außerdem war an einem Wochenende noch die Ministry-of-Sound-Tour zu Gast in Rostov, genauer im bereits bekannten Embargo. Nach der russischen Hochzeit knappe zwei Wochen vorher also eine sehr westliche Veranstaltung. Wir sind natürlich wieder mit der Paputka nach Rostov gefahren und wieder wurden wir direkt zum Ziel gefahren. Eintritt war wie immer 500 Rubel, dafür gab es zwei Areas und eine Nacht gute Musik. Wir sind diesmal also tatsächlich rein gekommen!

Bezüglich der Clubs direkt in Nowotscherkassk, stellte sich die Situation allerdings anders dar: Der einzige Laden war eine der übelsten Dorfdissen die man sich nur vorstellen konnte. Die Musik bestand aus übelsten, unbeschreiblichen "Liedern", im Stile längst vergangener Zeiten, die aus übersteuerten Boxen krachten. Hätten die Verantwortlichen Winamp zur Überblendung der einzelnen Lieder genommen, wäre das Ergebnis 100%ig besser gewesen als das des "DJs". Es wäre ja schon besser gewesen, wenn dieser die Sache mit der Überblendung einfach ganz sein gelassen hätte. Der DJ schien sowieso nur maximal 50 Lieder zu besitzen, da nach spätestens zwei Stunden die "Show" von vorne begann. Die Lieder waren dabei in vollkommen willkürlicher Reihenfolge runtergespielt. Bezüglich der Lichttechnik war man offensichtlich der Meinung, dass es immer besser sei, je mehr sinnlose 80er-Jahre Technik man verbaute. Die ganze Schose wurde dabei auch nur zusammen angeschaltet und durch die stets hervorragend arbeitende Beatdetection gesteuert, was den voll verspiegelten Raum erst voll zur Geltung brachte. Was das Gebäude, in dem sich das Ganze befand, früher einmal beherbergt hat lässt sich nicht sagen, da man in dem, nur durch eine flackernde Birne "erhellten", Hinterhof nichts erkennen konnte. Überhaupt war der ganze Ort ideal um einen dieser trostlosen Filmkulissen abzugeben, denn um das Ganze noch abzuschließen, gab es innerhalb dieses Schuppens wohl niemanden, der nicht geraucht hätte. Wobei ich mir noch nicht einmal so sicher bin, ob so eine Institution bei uns und sei sie die Einzige im Umkreis von 100 km, auch nur einen Besucher hätte und ob ein derartiger Ort in einem Film nicht irgendwie unglaubwürdig erscheinen würde.



Im nächsten Teil schildere ich meine Erlebnisse in den Städten Russlands.

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